Zurückbleiben bitte – Linie 1 fährt ein
„Linie 1“ spielt im West-Berlin von 1986: Nathalie, ein Mädchen aus der westdeutschen Provinz, landet auf der Suche nach seinem Märchenprinzen, dem Rockstar Johnnie, im pulsierenden, lebendigen Berlin, genauer gesagt in der U-Bahnlinie 1. Dort begegnen Nathalie Menschen und Schicksale, die unterschiedlicher nicht sein können, manchmal auch zwielichtige Typen und schräge Vögel. Streit, Anmache, Querdenkertum und Fremdenfeindlichkeit gab es auch damals schon, zum Glück aber auch Toleranz, Hilfsbereitschaft, Offenheit gegenüber anderen, Freundlichkeit und Liebe. Erschreckend aktuell kommt das Stück daher, man möchte fast sagen, es hat sich im Verhalten der Menschen leider sehr wenig geändert. Diese Inszenierung möchte deshalb darauf aufmerksam machen und besonders deutlich unterstreichen, dass wir als Gesellschaft nur friedlich, erfolgreich und nachhaltig bestehen bleiben können, wenn wir alle mit offenen Herzen tolerant auf alle Menschen, die in unserem Land wohnen oder dort Schutz suchen, zugehen und sie integrieren. Unsere Gesellschaft braucht VIELFALT.
Gemeinsam mit dem Projektchor, der aus 25 Jugendlichen aus den Klassen 5 bis 10 besteht, unter der Leitung von Tobias Rädle, zeigt die Theater-AG, dass durch eine Fahrt mit der U-Bahn ganz schön viel in Bewegung kommen kann. Nathalie findet nicht nur den Vater ihres ungeborenen Kindes, sondern auch eine beständige Liebe und vertrauensvolle Freunde, die ihr das Ankommen in Berlin erleichtern werden.
Unter der Regie von Dagmar Mader gelang es 28 Schüler*innen aus den Klassen 7 bis 10 die Geschichte Nathalies einfühlsam und nachvollziehbar zu erzählen. Die Zuschauer*innen wurden in drei ausverkauften Veranstaltungen im Rahmen des Seehasenfestes mitten in die ungeschminkte, harte Realität der Achtziger nach Berlin-Kreuzberg versetzt und konnten Nathalies Suche nach dem Märchenprinzen mitverfolgen. Mit viel Spielfreude und Verwandlungslust gelang es den Jugendlichen ca. 50 verschiedene Rollen zu verkörpern und überzeugend darzustellen. Besonders herausragend spielten Ceylin Er (10c) und Sara Scholl (10d), die das Mädchen Nathalie auf der Bühne zum Leben erweckten. Mit viel Empathie konnten beide Nathalies Situation überzeugend darstellen.
Linie 1 war keine leichte Kost, aber ein buntes Potpourri an Gestalten, Lebenssituationen und Entscheidungen, ein Stück wie gemacht für die Theater-AG des Graf-Zeppelin-Gymnasiums.
Wer mehr lesen möchte, hier der Link zur Rezension des Schwäbischen Zeitung:
https://www.schwaebische.de/regional/bodensee/friedrichshafen/schueler-singen-und-spielen-sich-nach-berlin-3768371











