„Dachau war die Hölle“
In der zweiten Schulwoche besuchte die Kursstufe 2 die KZ-Gedenkstätte Dachau. Der Rundgang führte uns über das Tor mit der zynischen Aufschrift „Arbeit macht frei“ und direkt auf den großen Appellplatz. Hier mussten die Häftlinge Tag für Tag antreten – stundenlanges Stehen bei Kälte, Hitze oder Regen, begleitet von Demütigungen und Misshandlungen. Dieser Ort machte uns besonders bewusst, wie sehr der Alltag der Gefangenen von Willkür der SS geprägt war.
Während des Rundgangs begegneten uns Geschichten einzelner Menschen. Besonders eindrücklich war das Schicksal einer jungen Frau, die einen Todesmarsch nach Dachau überlebte und bei der Befreiung des Lagers mit nur 26 Jahren noch 22 Kilo wog. Ebenso bewegend war die Erinnerung an Georg Elser, der 1939 mit seinem Attentat auf Hitler in München ein Zeichen des Widerstands setzte. Er wurde 1945, kurz vor der Befreiung, im KZ Dachau hingerichtet. Besonders erschütternd war auch der Bericht über einen jungen Kommunisten, der unmittelbar nach seiner Ankunft in Dachau so schwer misshandelt wurde, dass er bereits nach vier Tagen an den Verletzungen starb. Dieses Schicksal verdeutlichte uns, wie brutal das Regime von Beginn an vorging und wie wenig ein Menschenleben zählte.
Ein Satz eines ehemaligen Häftlings, den wir auf dem Rundgang hörten, bleibt uns besonders im Gedächtnis:
„Dachau war die Hölle – und wenn es etwas Schlimmeres gäbe als die Hölle, dann wäre das der passende Begriff.“
Die Willkür der Lageraufseher und das Ausmaß der Grausamkeit erschreckten viele von uns besonders. Immer wieder stellte sich die Frage: Warum? Wie ist es möglich, dass Menschen ihren inneren Wertekompass so verschieben, dass sie Unrecht und Gewalt als selbstverständlich betrachten? Und könnte so etwas auch heute wieder geschehen, wenn wir nicht wachsam sind?.
Bewusst haben wir während des Rundgangs die Wachtürme nicht betreten – um nicht die Perspektive der Täter einzunehmen, sondern auf Augenhöhe mit den Opfern zu bleiben. Diese Entscheidung der Gedenkstätte machte für uns deutlich, dass Erinnerung nicht neutral ist, sondern immer auch eine Haltung ausdrückt.
Der Besuch der KZ-Gedenkstätte mahnt jede und jeden von uns, für unsere Demokratie einzustehen.











