Sophie wollte, dass wir frei denken, frei sprechen, frei fühlen dürfen
Einen besonderen Einblick in die deutsche Geschichte erhielten wir Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen bei der Lesung und anschließenden Diskussion mit dem Journalisten und Autor Tim Pröse. In seiner Veranstaltung nahm er uns mit auf eine Reise in die Zeit des Nationalsozialismus und näherte sich dabei vor allem den letzten Stunden der Widerstandskämpferin Sophie Scholl.
Unsere Reise in diese Zeit begann direkt am GZG. Zu Beginn wurde uns vor Augen geführt, wie ein Montagmorgen für Schülerinnen und Schüler im NS-Staat ausgesehen haben könnte. Die Jungen wurden dazu erzogen, für „Volk, Vaterland und Führer“ zu kämpfen, während von den Mädchen erwartet wurde, ihre zukünftige Rolle als Mütter zu erfüllen. Besonders erschütternd war die Vorstellung, dass jüdische Mitschülerinnen und Mitschüler plötzlich aus der Klasse verschwanden, ausgegrenzt und deportiert wurden. Diese Einführung machte uns deutlich, wie stark Ideologie, Ausgrenzung und Angst den Alltag junger Menschen bestimmten.
Mit genau dieser Realität war Sophie Scholl, die damals ungefähr so alt war wie wir heute, nicht einverstanden. Sie entschied sich bewusst dafür, Widerstand zu leisten und sich für ihre Überzeugungen einzusetzen – für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern von der „Weißen Rose“ verfasste und verteilte sie Flugblätter, in denen sie die Menschen zum Nachdenken und zum Widerstand gegen das NS-Regime aufrief. Besonders spannend war es für uns zu erfahren, wie gefasst und mutig sie selbst in ihren letzten Stunden blieb.
Die Nationalsozialisten hassten Sophie Scholl für ihren Mut und ihren Einsatz für Freiheit und Menschlichkeit. Gerade deshalb kann sie für uns ein wichtiges Vorbild sein. Ihre Geschichte zeigt uns, wie wichtig es ist, Verantwortung zu übernehmen und für die eigenen Werte sowie für die Freiheit und Würde anderer Menschen einzustehen.











